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Einhaus - in Deutschland
Einhaus in Deutschland


Einhaus wurde im Jahr 1194 erstmals urkundlich erwähnt.

Ad unam domum

1/2 Meile nordwestlich von Ratzeburg, zu beiden Seiten der Bundesstraße 207, liegt das kleine Dorf Einhaus.

Es wurde zuerst urkundlich 1194 als "Ad unam domum" (ein einzelnes Haus) erwähnt. 1450 hieß es dann "tom Enenhuse".

Dieses "ene Hus" ist sicherlich ein sogenannten Zollhaus gewesen.

Wie es damals hier aussah wissen wir nicht. Wie lesen nur, dass es 1791 in Einhaus 97 Einwohner mit zusammen 9 Feuerstellen gab; 1 Bauernvogt, 5 Hufner, 1 Brinksitzer, 1 Wegegeldeinnehmer und 1 Hirte.

Seit 1741 wurde vom Amt Ratzeburg für die Benutzung der neuen Route via regia und öffentlichen Heer- und Landstraße zwischen Mölln und Lübeck ein Wegegeld für die Anlegung von Steindämmen (sogenannte Landstraßen) erhoben.

1735 / 36 war als erstes mit dem Grönauer Steindamm begonnen worden, daher hatte das Wegegeld den Namen "Grönauer Wegegeld".

Einpaar Beispiele für die Höhe des Wegegeldes zur jener Zeit:

1 groß beladener Frachtwagen, er mag beladen seien, womit er will, ohne Unterschied: 3 Schillinge

1 Wagen mit 1 Tonne Bier: 1 Schilling

1 unbeschlagenens Pferd: 6 Pfennige

1 Schwein: 3 Pfennige

Nahm man das Tier jedoch auf die Schulter, war kein Wegegeld zu zahlen, dem Fußgänger und was sie trugen, waren frei.

Der Wegegeldeinehmer Johann Hinrich Schaffner wohnte zunächst in Pogeez, baute sich aber schon bald ein Haus auf eigene Kosten in Einhaus an der Abzweigung nach Ratzeburg.

Bis auf ein paar Veränderungen ist dieses ehemalige Gasthaus "Zum Zoll" (bis 2001) auch heute noch erhalten. Seit 1744.

Auf der gegenüberliegenden Straßenseite stand ein kleines Häuschen, das der Wegeaufsicht gedient haben muss, besonders bei schlechtem Wetter. Darauf deutet die Bezeichnung "Wärterbudenplatz" hin. Das Häuschen fiel 1851 dem Eisenbahnbau zum Opfer.

"Schaffners" Nachfolger wurde 1781 Friedrich Thiele. Diesem wurde am 1. Mai 1789 die "Krugwirtschaft in der Brinksitzerstelle" für jährlich 4 Reichstaler lübisch Curant verpachtet, jedoch mit "Ausschließung des Herbergierens" und 1814 wurde ihm auch die Konzession zu einem "Hökerhandel" erteilt.

Die Aufhebung der "Wegegeld-Receptur" zu Einhaus erfolgte am 31. Dezember 1852.



Karte von Einhaus (2008).




Ansveruskreuz.

Ansverus (* 1038 in Schleswig/Haithabu; 15. Juni 1066 bei Ratzeburg) entstammte einer vornehmen und reichen sächsischen Herkunft, erzogen im christlichen Glauben. Als 15-jähriger reiste er nach einem Traum unter einem Vorwand nach Ratzeburg, um dort in das Benediktinerkloster St. Georg auf dem Berge einzutreten. Im Kloster wurde er Priester und Mönch mit ernsthafter Ausrichtung nach der Benediktinerregel und starkem missionarischen Einsatz, der einigen Erfolg brachte. Die um Ratzeburg seit ca. 300 Jahren ansässigen slawischen Stämme verehrten auf der nahen Ratzeburger Insel die Göttin Siwa. Im Sommer 1066 erhoben sich die Slawen gegen die Sachsen. Kirche und Kloster wurden teilweise zerstört. Am 15. Juli wurde der Abt Ansverus mit seinen 18 Mönchen gefangen genommen, nach Einhaus bei Ratzeburg gebracht und dort auf dem Rinsberg durch Steinigung getötet. So starb er im Alter von 28 Jahren als Märtyrer.

Beigesetzt wurde Ansverus zunächst in der Ruine der Kirche St. Georg auf dem Berge. Im Jahre 1170 wurden seine Gebeine überführt in den kurz zuvor fertiggestellten Ratzeburger Dom.

Seit Mitte des 15. Jahrhunderts steht an der vermuteten Stelle der Steinigung bei Einhaus zum Gedenken ein Radkreuz aus gotländischem Kalkstein, das Ansveruskreuz. Seit 1950 findet dort am zweiten Sonntag im September eine Wallfahrt der katholischen Kirche statt.

Eine Bildtafel aus vorreformatorischer Zeit im Altarraum des Ratzeburger Domes stellt das Leben und den Märtyrertod des Ansverus in 12 Bildern mit Unterschriften dar. Bildliche Darstellungen aus unterschiedlichen Zeiten finden sich auch in Ziethen bei Ratzeburg und in der Kirche St. Georg auf dem Berge in Ratzeburg.




Gemeinde Einhaus

23911 Einhaus